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Darmkrebs: Forscher suchen neue Therapien gegen fortgeschrittene Tumore

Ein von der Deutschen Krebshilfe gefördertes Projekt soll die Wirkung des Eiweißmoleküls DUSP5 bei besonders aggressiven und fortgeschrittenen Darmtumoren untersuchen:

Professor Janssen und sein Team gehen nun der Frage nach, warum die Aktivität des „Bremsmoleküls“ DUSP5 in Darmkrebszellen herabgesetzt ist und welche Auswirkungen dies auf die Zellen hat. Langfristig wollen sie klären, warum Darmkrebs bei einigen Patienten einen aggressiven Verlauf nimmt, also oft nur schwer behandelbare Absiedlungen in anderen Organen (Metastasen) bildet, und ob DUSP5 dafür mitverantwortlich ist. Die Arbeitsgruppe um Professor Janssen kann bereits erste Erfolge verbuchen: Aktuelle Ergebnisse belegen, dass DUSP5 im Laborversuch das Entstehen der Metastasen tatsächlich verhindern kann. Darmkrebszellen, in denen DUSP5 gezielt wieder „angeschaltet“ wurde, konnten keine Tumorabsiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen mehr ausbilden. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler neue Verfahren entwickeln, um das Risiko für das Auftreten von Metastasen besser beurteilen zu können. Langfristiges Ziel sind neuartige Behandlungsstrategien bei fortgeschrittenen Stadien der Krebserkrankung.

Berliner Charité: Myrrhe stärkt Darmbarriere

Neben Weihrauch gibt es ja auch andere Pflanzen, die bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa unterstützend helfen können. Neben Heidelbeeren, Aroniabeeren und Schwarzkümmelöl ist ja auch schon länger Myrrhe im Gespräch. Nun hat eine Studie der Berliner Charité die Wirksamkeit von Myrrhe bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen untersucht und belegt. Gleichzeitig wurde auch der Wirkmechanismus von Myrrhe untersucht:

„Um bei chronischen Erkrankungen einen erneuten Entzündungsschub möglichst lange hinauszuzögern, ist eine Wiederherstellung der Darmbarriere-Funktion essenziell“, erläutert Schulzke. Die aktuellen Untersuchungen aus Berlin bestätigen die anti-entzündliche Wirkung der Myrrhe und decken einige der Mechanismen auf, die zur Stabilisierung der Darmbarriere führen. Damit lässt sich der in der Erfahrungsmedizin schon lange bewährte Einsatz von Myrrhe-Präparaten bei der Therapie von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarm nun auch wissenschaftlich erklären“, so der Experte.

Laboruntersuchungen der Universität Leipzig konnten darüber hinaus wichtige Mechanismen entschlüsseln, auf der die anti-entzündliche Wirkung eines Kombinationsarzneimittels aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle basiert. Diese Ergebnisse tragen zum besseren Verständnis der „Multi-Target-Wirkung“, also der Vielfachwirkung, des Pflanzengemischs bei: Die drei Heilpflanzen hemmen in den Fresszellen des Immunsystems entzündungsfördernde Prozesse in unterschiedlicher Ausprägung und verstärken sich dabei gegenseitig in ihrer Wirkung(3,4).

Das verwendete Präparat heißt Myrrhinil-Intest und ist ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Es enthält neben Myrrhe auch Kamille und Kaffeekohle, als Dosierung werden 4 Tabletten 3 Mal täglich genannt. Ich überlege derzeit, es demnächst einmal zu testen. Für alle, die nun ebenfalls Weihrauch oder Myrrhe testen wollen, gilt wie üblich: sprecht mit Eurem Arzt darüber und beobachtet während der Einnahme – gerade, wenn es nicht nur ergänzend, sondern als Ersatz für Salofalk & Co. genommen werden sollte – Euren Stuhl und laßt regelmäßig ein Blutbild machen, um ansteigende Entzündungswerte erkennen und ggf. frühzeitig gegensteuern zu können. Leider gibt es je nach Schwere und Verlauf der Erkrankung auch eine unterschiedliche Wirksamkeit der alternativen Mittel.

Schleichende Diabetes bei CED-Patienten?

Ich habe in zahlreichen Foren und auch bei Facebook in CED-Gruppen häufig gelesen, dass die Betroffenen oftmals über einen längeren Zeitraum, teils gar lebenslang große Mengen Zucker durch Softdrinks und andere süsse Speisen und Getränke zu sich genommen haben und es weiterhin tun. Ich frage mich seitdem, inwieweit die Verschlechterung des Verlaufs einer CED wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa vielleicht auch damit zu tun haben könnte, dass die Betroffenen durch die hohe Zucker-Zufuhr im Laufe der Zeit eine Diabetes entwickeln. Schließlich führt eine Diabetes ja auch dazu, dass Wunden schlechter heilen und Gewebe absterben kann, zum Beispiel beim sogenannten diabetischen Fuß.Könnte es also nicht auch sein, dass Entzündungen im Darm dann ebenso schlechter verheilen und dort Gewebe abstirbt, so dass das Darmgewebe immer anfälliger wird und die Entzündungen immer tiefer in die Darmwand gehen?  Dass also das Gewebe im Laufe der Zeit immer nekrotischer wird, so dass letztlich auch OPs notwendig werden?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2015 den Zucker-Grenzwert von 10 auf 5 Prozent reduziert. So darf ein Erwachsener nun pro Tag nicht mehr als 25 Gramm Zucker (ca.sechs Teelöffel) konsumieren. Schon 0,3 Liter Cola überschreiten diesen Grenzwert, so dass danach keinerlei Zucker mehr aufgenommen werden dürfte. Viele Lebensmittel, gerade Fertiggerichte, Fix-Tütchen und sonstige vorverarbeitete Speisen enthalten neben versteckten Fetten auch oftmals versteckten Zucker. Light-Versionen dieser Lebensmittel sind oftmals keinen Deut besser. Denn das weggelassene Fett als Geschmacksträger wird häufig durch einen höheren Zuckeranteil ersetzt. Am besten ist es also, möglichst oft selbst frisch zu kochen und dabei in erster Linie mit Gewürzen und Kräutern statt mit Fix-Tütchen und Geschmacksverstärkern abzuschmecken.Übrige Portionen kann man einfrieren und spart sich so gelegentlich das Kochen, wenn man keine Zeit hat.

Mich interessiert nun, ob es bereits medizinische Studien darüber gibt, was die Kombination von CED und Diabetes betrifft, vor allem zum Zeitpunkt der Diagnose einer Diabetes und den Krankheitsverlauf der CED bis dahin. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Nachtrag:
Es gibt bereits entsprechende Studien, was Morbus Crohn und Diabetes betrifft, z.B.